Ich bin kein Unternehmensberater. Ich bin auch kein Steuerberater und möchte hier ganz bewusst nicht so tun, als wäre ich einer. Ich bin jemand, der seit vielen Jahren mit Selbstständigkeit zu tun hat — früher einmal hauptberuflich, unter anderem in der Gastronomie, später dann immer wieder nebenberuflich. Und seit vielen Jahren zusätzlich ganz normal angestellt.
Seit 2011 mache ich YouTube. Während der Corona-Zeit kam das Streamen dazu. Dazu kamen verschiedene kleine geschäftliche Projekte — ein Vertrieb für Parfum und Kosmetik, eine kleine Berliner-Bude im Nebenerwerb, und noch einiges mehr. Kunden, Einnahmen, Ausgaben, Rechnungen — und irgendwann natürlich auch die Erkenntnis: Auch ein kleines Geschäft braucht ein Büro. Nicht unbedingt ein echtes Zimmer, nicht fünf Schreibtische und schon gar kein kompliziertes Unternehmenssystem. Aber eine Stelle, an der ich weiß, was passiert.
Ich kenne das „Ich mache das nur nebenbei"
Genau das war bei vielen meiner Projekte der Anfang. Ich mache das nur nebenbei. Mal schauen, was daraus wird. Erst einmal ausprobieren. Vielleicht kommen ein paar Kunden, vielleicht ein bisschen Geld, vielleicht auch nicht.
Und genau so beginnen viele kleine Selbstständigkeiten. Ein Streamer startet mit Twitch. Eine YouTuberin bekommt irgendwann die ersten Einnahmen. Jemand verkauft nebenbei Produkte. Eine Fotografin nimmt die ersten Aufträge an. Ein Webdesigner bekommt seinen ersten Kunden. Jemand beginnt mit Affiliate-Marketing. Und plötzlich gibt es nicht mehr nur eine Idee. Es gibt Rechnungen, Belege, Kunden, Zahlungen, Ausgaben. Und irgendwann die Frage: „Wie soll ich das eigentlich alles ordentlich verwalten?"
Genau diese Frage hat mich zu einfaches-buero.de gebracht
Ich glaube nicht daran, dass jeder kleine Selbstständige sofort eine riesige Unternehmenssoftware benötigt. Wenn ich zwei oder fünf Kunden habe, brauche ich kein System, das eigentlich für ein Unternehmen mit 500 Mitarbeitern entwickelt wurde. Wenn ich neben meinem normalen Beruf ein kleines Geschäft betreibe, möchte ich nicht jeden Abend eine Stunde meine Verwaltung machen.
Ich möchte wissen: Wer hat mir Geld bezahlt? Welche Rechnung ist noch offen? Welche Ausgaben hatte ich? Wo ist der Beleg? Was muss ich noch erledigen? Und wenn irgendwann die Steuererklärung ansteht, möchte ich nicht mein komplettes Jahr aus Kontoauszügen, E-Mails und WhatsApp-Nachrichten zusammensuchen müssen.
Ich habe selbst erlebt, wie schnell es kompliziert wird
Eine meiner Erfahrungen war beispielsweise eine kleine Berliner-Bude, die wir im Nebenerwerb betrieben haben. Ich habe Berliner gebacken, meine Frau hat sie verkauft – jeden Sonntag. Das war kein großes Unternehmen. Aber plötzlich gab es eine Kasse, Eingangsrechnungen, Belege, Kartenzahlungen, Tagesabschlüsse. Und irgendwann stand tatsächlich ein Mitarbeiter des Finanzamtes vor meiner privaten Haustür und wollte die Kasse sehen.
Diese Geschichte ist auch ein Beispiel dafür, warum ich glaube, dass man Ordnung nicht erst dann schaffen sollte, wenn man sie dringend braucht. Wir hatten die entsprechenden Unterlagen, die Kasse war ordentlich geführt, die Z-Abschläge waren vorhanden, die Belege waren da. Also konnten wir sie zeigen. Genau so sollte ein kleines Büro funktionieren. Nicht spektakulär. Einfach vorhanden.
Vom YouTube-Kanal zum Streaming
Auch beim Streaming habe ich erlebt, wie schnell sich eine Sache verändert. Ich habe schon seit 2011 mit YouTube zu tun. Während Corona habe ich mit dem Streamen angefangen – zunächst eigentlich nur als Hobby. Mehr Zeit zu Hause, ein bisschen ausprobieren, schauen, was passiert. Dann kam Twitch Affiliate, dann die ersten Einnahmen. Und irgendwann stellt sich die Frage: Was ist eigentlich mit den Einnahmen? Was ist mit PayPal? Was ist mit Donations? Was ist mit Sponsoring? Was ist mit dem neuen PC, den Monitoren, Mikrofon, Kamera und Software?
Und genau hier entstehen viele Missverständnisse. „Ich verdiene doch nur ein paar Euro." „Das sind doch nur Donations." „Da gibt es doch eine Freigrenze." Solche Aussagen habe ich immer wieder gehört. Und irgendwann dachte ich: Darüber sollte man einmal vernünftig schreiben. Nicht als Steuerberater, sondern aus der Sicht eines Menschen, der selbst in dieser Situation war.
Warum ich blogge
Ich möchte mit diesem Blog nicht erzählen, wie man ein Unternehmen mit 100 Mitarbeitern führt. Dafür gibt es genügend andere Seiten. Mich interessieren die Menschen, die klein anfangen. Die neben ihrem Beruf etwas Eigenes machen. Die vielleicht ein paar hundert Euro im Monat verdienen. Die vielleicht gerade ihren ersten Kunden haben, oder den ersten Auftrag, oder die erste Rechnung schreiben müssen, oder plötzlich feststellen, dass sie mehr Belege haben, als sie dachten.
Für genau diese Menschen möchte ich schreiben. Erfahrungen teilen, auf typische Fehler hinweisen, Zusammenhänge erklären — und zeigen, dass Büroarbeit nicht kompliziert sein muss.
Meine Erfahrung ersetzt keinen Steuerberater
Bei steuerlichen oder rechtlichen Themen bin ich deshalb besonders vorsichtig. Ich kann erzählen, wie ich bestimmte Dinge erlebt oder organisiert habe. Ich kann auf gesetzliche Regelungen und offizielle Quellen verweisen. Aber eine persönliche Erfahrung ist keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Wenn es um eine konkrete steuerliche Situation geht, sollte man sich entsprechend beraten lassen. Mir geht es um etwas anderes: Ich möchte, dass man überhaupt weiß, welche Fragen man stellen sollte. Denn oft ist das schon der erste wichtige Schritt.
Einfaches Büro statt Bürokratiemonster
Der Name einfaches-buero.de ist deshalb ziemlich bewusst gewählt. Ich glaube, dass ein kleines Unternehmen auch eine kleine Verwaltung haben darf. Nicht chaotisch, aber einfach: ein Kunde, eine Rechnung, ein Zahlungseingang, ein Beleg, eine Ausgabe, ein Monatsabschluss — und am Ende des Jahres eine nachvollziehbare Dokumentation. Das reicht für viele kleine Selbstständige zunächst vollkommen aus. Und wenn das Unternehmen wächst, darf das Büro natürlich mitwachsen. Aber ich möchte nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen.
Mein Ziel für diesen Blog
Wenn du nach einem Artikel auf dieser Seite denkst: „Stimmt. Das sollte ich bei mir auch einmal ordentlich machen." — dann hat der Artikel seinen Zweck erfüllt. Vielleicht geht es um Rechnungen, vielleicht um Kassenführung, vielleicht um Belege, vielleicht um Streaming, vielleicht um Direktvertrieb, vielleicht um eine kleine nebenberufliche Tätigkeit, die eigentlich nur als Hobby angefangen hat. Die Themen dürfen unterschiedlich sein. Der Grundgedanke bleibt immer gleich: Mach es nicht unnötig kompliziert. Aber mach es ordentlich. Das ist meine Erfahrung aus vielen Jahren Selbstständigkeit. Und genau darüber möchte ich hier schreiben.
Ich bin seit vielen Jahren selbstständig, heute überwiegend nebenberuflich, und beschäftige mich seit 2011 mit YouTube und seit der Corona-Zeit auch mit Streaming. Ich kenne deshalb beide Seiten: die eigentliche Arbeit und die oft unterschätzte Büroarbeit dahinter.
Mit einfaches-buero.de möchte ich zeigen, wie kleine Selbstständige ihre Verwaltung übersichtlich halten können – ohne aus einem kleinen Nebengewerbe gleich einen Bürokratieapparat zu machen.
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